Archiv der Kategorie: 'Zum Nachdenken'

Ein neuer Abschnitt

Verbrochen von Herrn Olsen und zwar am 01|09|2010.

Ein neuer Abschnitt im Leben unseres Sohnemanns.
Ein neuer Abschnitt in unserem Leben.
Lehrer, Hausaufgaben, Elternabende, Zeugnisse, Noten, neue Freunde, neue Feinde und ein nicht mehr ganz so kleines Kind wie noch vor ein paar Wochen.
Ich bin gespannt, neugierig und ein wenig traurig. Warum weiß ich gar nicht so genau.

Finn auf dem Weg zur Schule

Auf dem Weg... (Klick macht groß)

Also lautet ein Beschluss:
Das der Mensch was lernen muss.
Nicht allein das ABC
bringt den Menschen in die Höh.
Nicht allein im Schreiben, Lesen
übt sich ein vernünftig Wesen.
Nicht allein in Rechnungssachen
soll der Mensch sich Mühe machen.
Sondern auch der Weisheit Lehren
muss man mit Vergnügen hören.
(Wilhelm Busch)

Er kommt…

Verbrochen von Herrn Olsen und zwar am 19|08|2010.

…ich kann ihn fast schon fühlen.

Herbstlaub

Herbst...? Jetzt schon? (Klick macht groß)

Mehr Sex dank iPhone

Verbrochen von Herrn Olsen und zwar am 11|08|2010.

Irgendwer hat in diesem Internet mal irgendwen befragt, wie es denn so um sein Sexleben bestellt sei und welches Handy er habe. Daraus hat dann wiederum irgendwer einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Besitz eines Iphones und der Anzahl der sexuell induzierten Zusammenstöße (höhö) im Vergleich zu Besitzern anderer Handys abgeleitet. Die Schlagzeilen-kompatible Schlußfolgerung lautete ungefähr so: “IPhone sorgt für mehr Sex!”

iHagenuk

iHagenuk (Klick macht groß)

Und das ist natürlich Blödsinn. Glaubt mir, liebe Herren der Schöpfung: Wenn ihr ausseht wie Quasimodo nach einem üblen Chemieunfall, 12 1/2 Meilen gegen den Wind müffelt wie 14 Tage in der Waschmaschine vergessene Wäsche und vor Intelligenz sprüht wie ein Maschendrahtzaun – ihr könnt euch 12 Iphones kaufen und habt trotzdem nicht mehr Beischlaf als vorher (also vermutlich keinen).
Es ist vollkommener Unfug aus einem gleichzeitigen Anstieg zweier Werte (hier Telefon und Ruckelei) ohne wissenschaftlich fundierte Analyse auf deren unmittelbaren Zusammenhang zu schließen. Meistens gibt es da nämlich keinen. Vielmehr ist es oft ein dritter Wert von dem die beiden anderen abhängen oder aber die Richtung des Zusammenhangs ist schlicht anders herum.
Und so ist es höchstwahrscheinlich auch hier.

Möglich wäre es zum Beispiel, dass das Geld eine wichtige Rolle spielt.
Ein gewisser monetärer Status soll ja anziehend und KnickKnack-fördernd wirken. Deshalb liegt es nahe, dass Kollege Applejünger davon genug auf Tasche hat um seine Koitalbilanz zu verbessern – sei es durch den regelmäßigen Besuch bei den Damen der horizontalen Front oder durch zahlreiche Geschenke an die jeweilige Lebensabschnittsgefährtin.

Das Alter spielt vermutlich auch eine Rolle. Der Durchschnittskäufer eines Apfeltelefons dürfte sich in der sexuell aktiveren Phase seines Lebens befinden als Käufer von Fernsprechern mit besonders großen Tasten, Riesendisplay und Hörgeräte-kompatiblem Lautsprecher.

Den Abertausenden Vertretern der Oversexed-and-underfucked-Fraktion kann ich deshalb nur raten, sich öfter mal zu waschen, vielleicht einen Duft aufzulegen, die Haare zu stylen und der Dame der Schöpfung das eine oder andere Kompliment gefolgt von ein wenig Grünzeug und hübscher Unterwäsche an die Marmel zu werfen. Außerdem die Brille runterklappen und weniger Bier trinken. Und nein, dafür gibt es keine App.

(siehe auch “Bier macht dick und Fernsehen doof“)

Die Sommerloch-Talsohle ist erreicht…

Verbrochen von Herrn Olsen und zwar am 10|08|2010.

…dass es ab jetzt wieder aufwärts geht bezweifle ich allerdings.

SpiegelOnline schrieb soeben:

GEZ verlangt Geld von totem Dackel

Die Aufmacher-Taskforce der Bild-”Zeitung” erblasst angesichts dieser Überschrift kollektiv vor Neid.

Nachtrag: Es ist alles sogar noch viel absurder.

Sie! Haben! GEWONNEN!!!Einself!!1111!!

Verbrochen von Herrn Olsen und zwar am 02|08|2010.


“Rrrrrring….”
“Olsen?”
(ab hier bitte Stephen Hawkings Computerstimme vorstellen): “Ha-lo, null…zwoeinszwo..sechsvierzwodüdeldüü.  Sie… haben… bei.. einem Gewinnspiel drölf Fantastillionen Euros ge…wonnen. Bitte… rufen sie 019029398487382105 an um… ihren Ge-winn zu er…hal…ten!”

Mal ehrlich, welcher auch nur halbwegs mit Restintelligenz beschenkte Erdenbürger würde diese Nummer anrufen? Wenn man unserer Justizministerin Frau Leutheuser-Dingenskirchen glauben darf so gut wie jeder. Deshalb hat sie Polizei und Staatsanwaltschaften aufgefordert schärfer gegen Telefonbetrüger vorzugehen.

Herrjeh…

Mal abgesehen davon, dass die meisten Telefonbetrüger ihren “Geschäften” irgendwo zwischen Timbuktu und São Tomé und Príncipe nachgehen und ihnen daher eher schwierig habhaft zu werden scheint haben unsere Judikative und Exekutive sicherlich besseres zu tun als Leuten beizustehen, denen ihre Gier auf das schnelle Geld so dermaßen den Brägen vernebelt hat, dass sie sich nicht entblöden sauteure Servicenummern anzurufen.
Vergewaltiger, Kinderschänder, Mörder oder Steuerhinterzieher dingfest machen zum Beispiel.

Aus meiner Sicht ist es sinnvoller, hier massive Aufklärungsarbeit zu leisten. Im Prinzip ist das doch ganz einfach. Das Bundesjustizministerium verfasst einen Flyer und schickt ihn an jeden Bürger im ganzen Land.
Auf dem Flyer steht: “Anrufer unbekannt? Ruf nicht zurück!”
So einfach ist das. Und offensichtlich doch so kompliziert, dass der gemeine Homo Telefonicus nur all zu oft daran scheitert.

Mich erinnert das ganze an ein Gespräch, dass ich vor einiger Zeit hatte:
CCA: “….so Herr Olsen, dann brauche ich jetzt nur noch ihre Kontonummer und Bankleitzahl.”
Ich: “Das ist schön, aber die bekommen Sie von mir nicht.”
CCA: “Wieso denn nicht?”
Ich: “Gute Frau”, (wollte ich immer schon mal sagen), “stellen Sie sich doch einmal vor: Jemand, den sie nicht kennen ruft sie im Auftrag einer Firma an, von der sie noch nie was gehört haben und versucht ihnen ein Produkt zu verticken, dass Sie nicht brauchen. Würden Sie dieser Person ihre Bankdaten geben?”
CCA: “Das würde ich vermutlich nicht tun:”
Ich: “Sehen sie? Vielen Dank für das Gespräch.” *klick*

Aussterbende Fähigkeiten

Verbrochen von Herrn Olsen und zwar am 18|06|2010.

“Finn, weisst Du, was das ist?”
“Hmmmm… ne Frisbee vielleicht!”
Ich fühle mich alt…

Tonband

Tonbandspule (Klick macht groß)

In diesem Zusammenhang unbedingt lesen:
Die Website der aussterbenden Fähigkeiten. Obsolete Skills

Warum der Amerikaner in Afghanistan ist

Verbrochen von Herrn Olsen und zwar am 14|06|2010.

Soso.. in Afghanistan gibt es also Bodenschätze in fast 7-stelliger Millionen-Dollar-Höhe (jahaaa… rechnet ruhig mal nach; 1 Billion sind 1000000 Millionen).
Jetzt wissen wir also, warum der Amerikaner dort vor Ort ist und dass Horst Köhler recht hatte.
Und? wundert mich das? Nein.
Man möge mich korrigieren aber die USA sind doch in den letzten Jahrzehnten quasi nur noch wegen der Rohstoffe in den Krieg gezogen oder? Von wegen Kampf gegen den Terrorismus… das war doch zur Rumsfeld “Der Irak hat Massenvernichtungswaffen!!!” -Ära schon kalter Kaffee, ein alter Hut und großer Mumpitz. Und diese ganze Geschichte von wegen: Wir bringen die Demokratie! Da kann man auch gleich versuchen einer Hyäne mit Waffengewalt die Vorzüge einer veganen Ernährung nahe zu bringen.
Nein. Der Amerikaner ist in Afghanistan, weil es dort was zu holen gibt. Gold, Kupfer, Eisen und Lithium, das nicht nur die Nerven beruhigt sondern auch Dreh- und Angelpunkt der gesamten modernen Akkutechnik ist. Egal ob Laptop, Smartphone oder Elektroauto: Ohne Lithium geht heutzutage nichts mehr.
Und ganz ehrlich: Für eine Nation, die die technischen Möglichkeiten hat diverse chemische Verbindungen und Elemente auf Milliarden Kilometern entfernten Planeten zu entdecken, sollte es ein leichtes sein, dies auch auf der Erde zu tun. Vom Weltraum aus. Und nicht erst seit gestern. Vielleicht liest Bernd Leitenberger ja hier mit und kann uns etwas genaueres zur Bodenschatzsuche per Satellit verraten.
Apropos Bodenschätze – die gibt es dort auch noch in organischer Form.

Mohn

Mohn (Klick macht groß)

Wie das jetzt allerdings zusammenhängt kann ich nicht sagen.

Robin Hood – invers

Verbrochen von Herrn Olsen und zwar am 07|06|2010.

Ich halte mich für jemanden, der die wirtschaftlichen und sozialen  Zusammenhänge einigermaßen überblicken kann. Ich weiß, dass jegliche politische Entscheidung eine ganze Fülle an positiven und negativen Konsequenzen auslöst, die dann dummerweise wiederum andere Reaktionen in Gang bringt, Entscheidungen beeinflusst. Das ganze System ist hochkomplex und kaum zu beherrschen geschweige denn bis ins Detail umfassend zu verstehen. Es gibt tausende Schräubchen zum Drehen an dieser riesigen Maschine in dessen Getriebe es von Menschen nur so wimmelt.
Gerade in finanzieller Hinsicht bin ich aber bislang mit folgender, selbstgebauter Faustformel ganz gut gefahren: “Man muss Geld haben um es ausgeben zu können.” Damit meine ich jetzt nicht, dass dieses Geld selbst verdient, geerbt oder gewonnen worden sein muss. Auch geliehenes Geld gehört dazu. Ich kann niemandem Geld geben, wenn ich es vorher nicht von jemandem bekommen habe. Man sollte meinen, dass dieses grundlegende wirtschaftliche Prinzip jeder verstanden hat, der mit Geld zu tun hat. Werfe ich einen Blick auf die momentane wirtschaftliche Lage in weiten Teilen der Welt bin ich mir da nicht so sicher.
Auch unsere Bundesregierung kann prinzipiell nur das ausgeben, was sie hat. Und das geht jetzt so langsam aber sicher zur Neige. Und da man die Regel “Spare in der Zeit dann hast Du in der Not” in Zeiten des Aufschwungs ordentlich mit Füßen getreten hat geht es nach den aktuellen Plänen der Bundesregierung jetzt denen ans Portemonnaie, die sowieso schon kaum was haben.

Wo ist der Sinn denen Geld weg zu nehmen, die ohnehin schon jeden Euro zweimal umdrehen müssen aber diejenigen, die kaum noch wissen, wie Münzgeld aussieht ungeschoren zu lassen? Interessiert es den Überdurchschnittsverdiener tatsächlich, wenn er einen Monat länger auf seine neue CO2 Schleuder sparen muss? Ich bin jetzt zwar nicht der Superdupergroßverdiener aber selbst mir würde es vermutlich kaum auffallen, wenn ich plötzlich 100 Euro weniger Netto im Monat hätte. Im Gegenteil. Wenn sich dadurch tatsächlich etwas verbessern würde – ich gäbe sie gern.

Aber genau da liegt der Hase begraben und der Hund im Pfeffer: Gefühlte 200% dessen was man den Hartz4-Empfängern, den alleinerziehenden Müttern, den Alten abknapst gehen für Dinge drauf, die der gemeine Bürger selbst mit viel Wohlwollen nur als Gehirnblähungen bezeichnen kann.  Ein Blick ins Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler und man möchte Vater Staat nicht einen Heller mehr zustecken. Von den monetären Unterstützungen defizitärer Großunternehmen, die raffgierige Manager eingenhändig ins Aus geschossen haben, ganz zu schweigen.

Ich kann da jetzt nur für mich sprechen aber ich bin gerne bereit mehr dafür zu bezahlen, damit etwas in unserem Land wieder besser wird. Bildung, Umwelt, Kinderbetreuung, Wetter, das Fernsehprogramm – was auch immer.
Schulden zu tilgen, für die ich nichts kann fällt mir hingegen nicht so leicht.

Noch was passendes zum Thema
Wer lebt denn hier über seine Verhältnisse?

Der Präsident und das Dilbert-Prinzip

Verbrochen von Herrn Olsen und zwar am 02|06|2010.

Vermutlich wird aus meinem Vorschlag, das Bundespräsidentenamt einzusparen nichts werden. Jedenfalls ist die Diskussion über Herrn Köhlers Nachfolge nun vollends entbrannt. Es scheint plötzlich nichts wichtigeres mehr zu geben als den nächsten Bundespräsidenten. Da es aber nicht so aussieht als gelange tatsächlich eine Person mit Grips, Eloquenz und einem Schuss Weisheit in den engeren Kreis der Präsi-Aspiranten schlage ich vor jemanden, der bisher durch besondere Inkompetenz aufgefallen ist, gemäß des Dilbert-Prinzips* in dieses Amt zu berufen auf das er fortan als Ordenverleiher und Schifftäufer sein politisches Dasein fristen möge und so für den Rest der politischen Laufbahn weniger Unfug anstellen kann.
Aus diesem Grund erscheinen mir weder Herr Schäubli noch Frau Von der Dingens als eine besonders schlechte Wahl.
Doof, dass es nur einen Bundespräsidenten geben kann.

*) Das Dilbert-Prinzip: Jemand inkompetentes wird so lange die Karriereleiter herauf befördert, bis er keinen Schaden mehr anrichten kann.

Der Präsident

Verbrochen von Herrn Olsen und zwar am 01|06|2010.

Als gestern diverse Neuigkeiten-Verklapper  die Nachricht vom Rücktritt unseres Bundespräsidenten um die Wette verbreiteten erinnerte ich mich an den Satz meines Politik-Lehrers in der 8ten Realschul-Klasse:

“Um es kurz zu machen: Der Bundespräsident hat in Deutschland nix zu sagen.”

Als damaliger Dreibierkistenhoch war ich von dieser Tatsache einigermaßen erstaunt – und bin es heute noch. Ein Blick in die Wikipedia verrät:

“Durch das Grundgesetz ist seine Macht im politischen System des Landes beschränkt und umfasst vor allem repräsentative Tätigkeiten…”

Für repräsentative Tätigkeiten benötigt Deutschland keinen Bundespräsidenten. Ehrlich: Die Eindrücke, die ein kleines Grüppchen besoffener Deutscher am Ballermann oder Guido Westerwelle im Ausland hinterlässt könnte selbst Horst Köhler in Personalunion mit Johannes Rau und  Richard von Weizsäcker nicht wieder wettmachen.

Mit anderen Worten: Ein Bundespräsident ist Luxus.
Braucht kein Mensch.
Und doch war die Nachricht vom Rücktritt Horst Köhlers am gestrigen Tag von offenbar höherem medialen Interesse als die Tatsache, dass die israelische Armee auf einem zivilen Hilfskonvoi ein Blutbad anrichtet und sich der Golf von Mexiko zusehends in maritime Kraftbrühe verwandelt (wegen der Fettaugen).

Angesichts der überall klaffenden Löcher im deutschen Staatshaushalt muss die Frage erlaubt sein, ob man sich einen Bundespräsidenten überhaupt noch leisten kann oder ob man Schloß Bellevue nicht gleich in etwas Gewinn bringenderes als den Sitz des Staatsoberhauptes umwandelt. Ein Stundenhotel vielleicht. Oder die Regierungsviertelkantine. Die Villa Hammerschmidt wird Aussenstelle des Phantasialandes, der Fuhrpark wird dem Gebrauchtwagenmarkt zugeführt und die plötzlich überzähligen Staatsdiener zu Steuerfahndern umgeschult.

Ja… ich weiß, dass der Bundespräsident auch andere Aufgaben hat als dem Volk die Weihnachtsbotschaft zu erzählen und das Verdienstkreuz zu verleihen aber sind wir doch mal ehrlich: Die Prüfung von Gesetzen kann ersatzlos entfallen. Den Mist, den sich die Legislative teilweise ausdenkt kippt mittlerweile das Bundesverfassungsgericht schon routinemäßig. Um auf Missstände aufmerksam zu machen haben wir mittlerweile jede Menge Blogger, gegen die nicht direkt diverse Parteien und die gesamte Presse Gift und Galle spucken, sollten sie zufällig in ein Wespennest gestochen haben und sollte die Vertrausensfrage mal wieder scheitern, wie einst bei Schröder, kann auch die Putzfrau den Bundestag auflösen. Oder man klingelt kurz bei mir durch. Ich mach das. Kostenlos. Wo muss ich unterschreiben?


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