Archiv der Kategorie: 'Zum Nachdenken'

Wir sind nicht allein

Verbrochen von Herrn Olsen und zwar am 09|06|2009.

Mittlerweile dürfte es ja so ziemlich jeder mitbekommen haben, wie unfähig unsere derzeitige Regierung ist, einigermaßen souverän mit jeglicher nicht mehr ganz so neuen Technik umzugehen.
Bei nahezu allen Themen rund um das Medium Internet (aber auch anderswo) wird schlimmer gepfuscht als bei Herrn Olsen wenn er das Grafiktablett in die Hand nimmt.
Da will man dies verbieten und jenes Ausspähen, hier ein wenig sperren und dort ‚n büschn überwachen.
Grauslig.
Grauslig aber nicht einzigartig.
In den USA zum Beispiel kam jetzt ein besonders pfiffiger Politiker auf die Idee, im Internet abrufbare Luftaufnahmen (hier zum Beispiel unser bescheidenes Domizil) von Schulen, Kirchen sowie Regierungsgebäuden und Krankenhäusern zu verfremden um die Gefahr terroristischer Anschläge auf diese Gebäude abzuwenden. Streetview-Fotos dieser Einrichtungen wollte er gleich ganz verbieten.
Nicht nur Bruce Schneier fragt sich, warum ausgerechnet die Abbildung der oben genannten Einrichtungen verfremdet werden soll nicht aber zum Beispiel Kinos, Sportstadien, Marktplätze, Flughäfen, Bahnhöfe oder der Toys R‘ Us kurz nach Weihnachten.
Bruce bringt es ziemlich gut auf den Punkt:

Kriminelle benutzen Festnetz- und Mobiltelefone seit dem Tag an dem sie erfunden wurden. Drogenschmuggler benutzen Flugzeuge, Boote, Funkgeräte und Satellitentelefone. Bankräuber benutzen Autos und Motorräder als Fluchtfahrzeuge. Im wilden Westen sogar Pferde. Man hat bislang noch nicht darüber diskutiert aber die Terroristen von Mumbai benutzten Boote. Sie trugen auch Stiefel. Sie aßen in Restaurants, tranken Wasser aus der Flasche und atmeten Luft. Unsere Gesellschaft überlebt trotzdem, weil die „guten“ Anwendungen neuer Technologien die „schlechten“ um ein vielfaches Übertreffen und das obwohl 1000 kleine „gute“ Anwendungen kaum wahrgenommen und eine „böse“ Anwendung direkt Schlagzeilen macht.
Und während der Terrorismus die Technologie und Infrastruktur einer Gesellschaft gegen dieselbe verwendet, schaden wir uns nur selbst wenn wir, als Antwort darauf, auf dieselbige verzichten.
Das wäre so als würden wir darauf verzichten Autos zu bauen weil Bankräuber Autos als Fluchtwagen benutzen.

Den ganzen Artikel (auf Englisch) findet ihr hier.

Ich weiß, das ändert nichts an der Inkompetenz unserer Politiker. Aber manchmal tut es ein kleines bißchen gut zu wissen, dass die da drüben ganz ähnliche Probleme haben.

Deutschländer für Europa

Verbrochen von Sabine und zwar am 05|06|2009.

In der letzten Zeit habe ich mich mit einigen Kandidaten verschiedenster Parteien für die Europawahl befasst. Nicht unbedingt weil ich so unglaublich großes Interesse daran habe, sondern weil der liebe Herr Olsen es als unverantwortlich empfindet, wenn man sich nicht für unsere europäische Zukunft interessiert. Und da ich ja ein braves Frauchen bin, habe ich ein wenig das Netz durchforstet.

Und da ich nicht nur ein liebes Frauchen, sondern auch eine unglaublich generöse Bloggerin bin, lasse ich euch gerne an meinen ganzen gesammelten Informationen teilhaben (irgendwozu muss die ganze vertane Zeit ja gut sein).
Keine Angst, ich halte keine langen Vorträge, sondern stelle kurz und knapp die Spitzenkandidaten der großen und auch kleinen Parteien vor, vielleicht hilft das ja dem einen oder anderen bei der Entscheidung – to vote or not to vote and what to vote, this is the question.

Wer noch allgemeine Information zum Europäischen Parlament benötigt: http://www.europarl.de/export/parlament/vorstellung/parlament.html

(mehr …)

Erwachsen auf Probe

Verbrochen von Herrn Olsen und zwar am 03|06|2009.

Ich hatte mir eigentlich fest vorgenommen in die allgegenwärtige Diskussion über den Verfall der guten Sitten unter Zuhilfenahme einer Gruppe unbedarfter Teenager, ausgeliehener Kinder und ein paar Kameras nicht einzusteigen.
Mache ich auch nicht.
Zwei Fragen habe ich aber:

  1. Warum leiht RTL fremde Kinder an Teenager aus?
    Es gibt doch schon genug Kinder mit Kindern… die hätte man doch einfach Dokusoapieren können.
  2. Worin besteht der zusätzliche Erkenntnisgewinn im Vergleich zu -sagen wir mal- der Supernanny?
    Dass Kinderkriegen und Kindergroßziehen ein ziemlich harter Job ist wissen wir ja bereits… und dass Kinder, derer man als Mutter oder Vater nicht Herr wird weil man vom großen Spaghettimonster leider mit zuwenig sozialer Kompetenz, Intuition und gesundem Menschenverstand gesegnet wurde,  sich zu ziemlichen Kotzbrocken entwickeln können auch.

Wozu also dieses seltsame Format?
Einschaltquoten? Werbeeinnahmen? Ach komm…

Merkbefreit zum Wohle der Kinder

Verbrochen von Herrn Olsen und zwar am 13|05|2009.

Es ist wirklich unglaublich wie weit man es in manchen Organisationen trotz offensichtlich mannigfaltiger zerebraler Defekte noch bringen kann. Mehr noch: Man kommt sogar in die Zeitung damit.

Georg Ehrmann, seines Zeichens Vorsitzender der deutschen Kinderhilfe *), entblödete sich heute nicht, alle Unterzeichner der Online Petition gegen das Gesetz zur „Sperrung“ von Internetseiten mit Kinderpornographischem Inhalt rethorisch in die Nähe des Kinderschänder-Lagers  zu rücken.

Laut heise.de sagte Ehrmann:

„Die 70.000 Unterstützer der Online-Petition repräsentieren nicht die Meinung der deutschen Bevölkerung, die meisten Deutschen wollen Kinderpornos gesperrt wissen“

Da fühle ich mich persönlich angegriffen, weil ich einer dieser 70tausend bin.
Die Unterstützer der Online Petition wollen Kinderpornos natürlich gesperrt wissen. Am liebsten wäre es ihnen, wenn die Server, auf denen solches Material liegt abgeschaltet und die Verantwortlichen dingfest gemacht werden. Und damit gehen wir viel weiter, als der unsinnige Gesetzesentwurf, der mit seinen leicht zu umgehenden „Sperren“ lediglich Zensur betreibt, einer sinnlosen Überwachung Tür und Tor öffnet und das Übel nicht an der Wurzel packt.
Wir haben auch Kinder, verdammt!

Vielleicht, Herr Ehrmann, sollten sie die Petition erst einmal lesen, bevor Sie und ihr Verein eine „Gegenoffensive“ starten obwohl sie eigentlich mit uns an einem Strang ziehen sollten.

Mann. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen könnte.

*) Mehr Infos zu diesem obskuren Verein, den man nicht mit dem Kinderhilfswerk verwechseln darf findet man hier

Schön verpackter Mumpitz

Verbrochen von Herrn Olsen und zwar am 07|05|2009.

Ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man auch noch den hinterletzten Mist mithilfe von Euphemismen, Statistik und pseudowissenschaftlicher Analyse schönreden kann, damit der potentielle Wähler auch morgen noch kraftvoll zubeißen kann CDU wählt findet sich heute bei SpOn. „Familienministerin“ Ursula „ZensurUlla“ VonderDingens und ihr Gefolge halten das Elterngeld trotz gesunkener Geburtenrate für einen Erfolg.

„…Auch wenn es in Deutschland 2008 weniger Nachwuchs gab, bekommen die Menschen wieder mehr Kinder…“

Ähm.. ja.
Gemeint ist damit: Die Zahl der Geburten ging zwar auch letztes Jahr zurück aber nicht so stark, wie gleichzeitig die Zahl der potentiellen Mütter zurückging.
Das also 2008 weniger weniger Kinder zur Welt kamen als 2007 ist ein Erfolg.

Aber mal so ganz am Rande: Was ist eigentlich so schlimm daran, dass weniger Kinder auf die Welt kommen? Die Arbeit reicht doch heute schon nicht mehr für alle.

—

Aufgrund der Kommentare: Meine Einstellung zum Elternführerschein dürfte bekannt sein.

Earth day

Verbrochen von Herrn Olsen und zwar am 23|04|2009.

Heute ist „Earth day„. Ein Tag, an dem man sich Gedanken über den Planeten machen soll, auf dem wir leben. Ich nutze diesen Tag, um an einen Moment zu denken, der mich damals sehr sehr lange mit geöffnetem Mund und leerem Kopf vor dem Fernseher hat stehen lassen.
Etwas sehr sehr schlimmes war passiert. Selbst die Besatzung der damals noch jungen Internationalen Raumstation (ISS), in 350 Kilometern Höhe, konnte sich diesem Ereignis nicht entziehen und nahm dieses Bild auf.

Manhattan

Quelle: NASA

Wer hat’s gesagt?

Verbrochen von Herrn Olsen und zwar am 30|03|2009.

Wer hat’s gesagt? Na? Na?
Wer hat gesagt, dass Internetsperren Blödsinn sind?
Dass sich die Kaputten von sowas weder abschrecken noch zurück auf den rechten Pfad der Tugend schubsen lassen?
Dass man mit Zensur nicht die Welt und schon gar nicht unsere Kinder retten kann?
Ich.
Und noch -zig andere Menschen mit noch aktiv genutzem Gehirn. Allesamt keine Politiker.

Und wer sagt das jetzt außerdem noch?
Die schwedische Polizei. Und die müssen’s ja wissen. Die sperren schließlich schon seit 4 Jahren.

[Quelle: Focus Online]

Super Wahljahr

Verbrochen von Herrn Olsen und zwar am 26|03|2009.

Die derzeitigen Bemühungen unsere verplanten geschätzten Bundesregierung gegen Kinderpornographie vorzugehen erinnert mich ein wenig an jemanden, der versucht die Zahl der Verkehrstoten allein dadurch zu reduzieren, dass er planlos Straßen sperrt auf denen sich schon einmal ein Unfall ereignete.
Eine Bekämpfung der Ursachen mit nachhaltiger Wirksamkeitsüberprüfung sieht anders aus und funktionierte noch dazu völlig ohne Zensur. Und genau das sollte eine Bundesregierung, wie ich sie mir vorstelle, eigentlich leisten.

Nur damit wir uns richtig verstehen: Ich bin gegen jegliche Form des Missbrauchs von Kindern. Ich denke nur, dass es sinnvoller ist das Übel an der Wurzel zu packen. Kinderschänder einzusperren, Konsumenten zu bestrafen und Material zu vernichten als einfach nur eine leicht zu umgehende Sperre einzurichten und sonst alles beim alten zu belassen.

Olsev?

Verbrochen von Herrn Olsen und zwar am 22|03|2009.

Allzuweit kann es ja mit dem gläsernen Patienten noch nicht sein.
Der Familienname ist auf der Patientenkarte richtig geschrieben. Ich gehe davon aus, dass er auch auf dem Chip richtig drauf ist.
Trotzdem:

Olsev? WTF is Olsev?

Olsev? WTF is Olsev?

Reaktionismus in Reinform

Verbrochen von Herrn Olsen und zwar am 18|03|2009.

Hallo?
Frau VonDerLeyen?
Wenn ich jetzt nicht völlig daneben liege sind sie doch Familienministerin, oder?
Wie ich höre haben sie sogar selbst eine Familie. Mit 7 Kindern!
Noch dazu waren sie doch bestimmt selbst auch mal eine Jugendliche, oder?
Wie kommen Sie denn bitte darauf, dass man Jugendliche braucht, die testen ob man beim Händler um die Ecke Alkohol, Tabak, Killerspiele oder Viagra ohne Rezept bekommt?
Solche Testkäufe sind sinnlos. Selbst wenn sich alle Händler an die gesetzlichen Altersbeschränkungen halten gibt es für die Jugendlichen immer Mittel und Wege.
Die Frage ist doch viel eher, wie wir auf die Erwachsenen von morgen einwirken und uns mit unseren Kindern auseinandersetzen, Warnzeichen erkennen.
Ich erzähle ihnen mal einen Schwank aus meiner Jugend, einer Zeit voller Entbehrungen, zweifelhafter Gesellschaft und schlechter Musik.
Einer Zeit als Meister Proper noch Haare hatte und Klementine hieß:
Wenn es darum ging die Ladykracher bei der Kolferz‘ Anna (einem urigen Krämerladen, in dem man das ganze Jahr über Knaller bekam) zu besorgen was haben wir damals (tm) wohl gemacht?
Den nächstbesten 18-jährigen mit Süßkram oder der Aussicht auf ein Date mit der fiktiven, gutaussehenden älteren Schwester bestochen natürlich.
Weil unsere Eltern uns aber entsprechend erzogen haben, sprengten wir mit den Knallkörpern aber eben nur aus sicherer Entfernung Playmobil in die Luft und nicht unsere Mitschüler.
An Alkohol, Zigaretten, Herrenmagazine und schlimme Computerspiele kamen wir auf ähnlich zweifelhafte Weise.
Aus irgendeinem Grund aber haben wir es nie wirklich übertrieben.
Ernsthaften Schaden (von diversen Katern, leichtem Raucherhusten, Schwielen an den Händen und dem gefürchteten Joystickarm) hat von uns nie jemand davongetragen oder angerichtet.
Vielleicht weil wir so erzogen wurden?
Wenn ich eine  Politikerin mit 7 Kindern und gesundem Menschenverstand wäre würde ich genau da ansetzen.
Nur mal so als Tipp.


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